Montag, 17. Mai 2010

Moskau, Moskau, Moskau, Moskau, wirf die Gläser an die Wand...

... Rußland ist ein schönes Land, ho, ho, ho, ho, ho! Hej!

Oh wie wahr das doch ist... 27°C, eine wahnsinnige Stadt und 3 tolle Begleiter :)

Voller Vorfreude ging es am Donnerstag Abend gegen 22h los in Richtung Moskau. Wir, das sind Pavel und Venco aus der Slowakei, Petr aus Tschechien und ich.

im Siegespark (v.r.n.l. Venco, ich, Pavel, Petr)

Kaum saßen wir im richtigen Zug, machten wir uns auch schon daran, die erste Flasche Vodka zu vernichten - wie hält man es sonst bei 7 Stunden lang in einem gefühlten 40°C heißen Zug aus ;) Die Stimmung wurde immer lustiger und ausgelassener und nach ein paar weiteren Vodka Shots stand dem ruhigen Schlaf nichts mehr im Wege.
Um 7h morgens kamen wir dann mehr oder weniger ausgeruht bei tollem Wetter in Moskau an:





Nachdem wir uns im Hostel ein wenig ausgeruht hatten, steuerten wir sofort den roten Platz an. Dort genossen wir die Atmosphäre, bevor wir uns auf den Weg zum Kreml machten.



die Zarenglocke: die größte und schweste Glocke der Welt mit 11,5 Tonnen


Nachdem die Jungs im Hostel für das Abendessen gesorgt haben und ich beim Duschen herausgefunden hatte, dass es in unserem Hostel kein warmes Wasser gab, gingen wir noch einmal auf den Weg zum roten Platz, um ein paar Fotos bei Nacht zu schießen:

"Kathedrale Basilius des Seligen" (hier wurden 9 einzelne Kirchen auf einem Grund erbaut, jede mit einer einzelnen Kuppel)


v. r. n. l. Petr, Pavel, ich und im Hintergrund rechts GUM
(
Hauptkaufhaus, ungefähr 75.000km² groß) und am Ende des roten Platzes das historische Museum

Bolschoi-Theater: das bekannteste Theater für Ballett und Oper in ganz Russland


Am nächsten Tag, also Samstag, machten wir uns auf den Weg in verschiedene Parks. Ich war total überrascht, wie viele Parks es in Moskau gibt. Um einfach ins Grüne zu gehen, sich im Park zu treffen oder zu sonnen ist Moskau um einiges weitläufiger und schöner als St. Petersburg. Es war total sonnig und somit ließ auch der erste Sonnenbrand 2010 nicht lange auf sich warten...

Park im Kreml


Park an der Universität

Außerdem konnten wir folgendes Foto aufnehmen: ein Mann, der anscheinend den Auftrag hatte, das Plakat abzunehmen - egal wie!



Bei unserem Spaziergang kamen wir zudem noch an der staatlichen Universität Moskaus (MGU) vorbei. Es handelt sich dabei um ein Gebäude aus der Zeit Stalins. Von diesen Gebäuden diesem Stil (sozialistischer Klassizismus) gibt es 7, sie werden auch die "sieben Schwestern" genannt.

MGU


ein Wohnhaus im sozialistischen Klassizismus, das wir an unserem ersten Tag besuchten


Außerdem haben wir DEN Beweis, dass Stalin und Lenin leben:


Am Samstag Abend ist Petr dann schon wieder nach Hause geflogen, weil er seine Diplomarbeit bald abgeben muss, sodass wir nur noch zu dritt waren.

Sonntags sind wir in den Zaarenpark außerhalb der Stadt gefahren, bevor wir ein wenig Souvenirs shoppen waren und uns anschließend bei Dunkelheit noch einmal auf den Weg zur MGU machten, wobei wir uns einen Weg aussuchten, der auch an folgenden Gebäuden vorbeiführte:

Wohnhaus am Kudrinskaja-Platz


Außenministerium

Der letzte Abschnitt zur Universität glich einer Nachtwanderung im Stockdunkeln.

Trotzdem erreichten wir schnell unser Ziel:



Ziemlich müde und durchnässt (nach den warmen, sonnigen und z.T. sehr schwülen Tagen regnete und gewitterte es am Sonntag Abend fast pausenlos) waren wir froh, als wir in unserem trockenen Hostel ankamen. Gestern, also Montags, spazierten wir wieder einmal durch die Stadt zu den zwei letzten Stalin-Gebäuden, die wir noch nicht besichtigt hatten und machten uns dann auf den Weg zum Flughafen.

Hundemüde, aber überglücklich kamen wir in unserem Wohnheim im St. Petersburg an und stellten fest, dass wir nie geglaubt hätten, dass wir uns je auf eine Dusche im Wohnheim (komisch riechendes, gelbliches Wasser, aber WARM!) freuen könnten - warmes Wasser erscheint mir seit dem Moskau-Wochenende als Luxus ;)

Alles in allem war dies ein unvergesslicher, unglaublich lustiger, verrückter Städtetrip, der ruhig noch ein wenig länger hätte dauern können. Doch leider steht für morgen eine Finance-Klausur auf dem Plan, für die schließlich gelernt werden will heute.

Ich hoffe, ihr habt ein paar Eindrücke von Moskau bekommen... in nicht mal 4 Wochen gibt es dann weitere Details persönlich, wenn ich wieder da bin ;)

Dienstag, 11. Mai 2010

Helsinki und Stockholm Trip

Meine Lieben,

seit dem letzten Eintrag ist es ja schon ein Weilchen her.
Heute bekommt ihr deswegen umso mehr zu lesen, also macht es euch schonmal gemütlich...Nach meinem Tallinn-Trip bin ich leider dank der Klimaanlage im Bus krank geworden und habe ein paar Tage nur grippig im Bett verbracht.
Danach standen dann Klausuren auf dem Plan. Nach der Business-Legislation-Klausur am 29.04.2010 bekam ich ziemlich heftige Schmerzen in der rechten Schulter - ich vermute, dass ich bei der Klausur falsch gesessen bin. Am Abend gingen die meisten aus, um die Klausur zu feiern. Auch ich trank zu Hause ein Bier mit, allerdings konnte ich die Dose nicht in der rechten Hand halten. Der Abend, die darauffolgende Nacht und der nächste Tag waren einfach nur schrecklich - v.a. wenn ich den Arm ruhig hielt, wurde mir schwindelig und übel. So fuhr ich am Frietag abend noch in die "amerikanische Klinik" hier in St. Petersburg. Zum Glück erklärte Simone sich bereit, mit mir in die Stadt zukommen. Noch einmal vielen lieben Dank dafür!!!
Die Klinik machte einen sehr guten Eindruck und fast jeder konnte super gut Englisch sprechen, was ja eine echte Ausnahme für Russen ist. Die Ärztin stellte dann eine Entzündung in der Schulter fest. Sie verschrieb mir Schmerztabletten und ein Pflaster mit Betäubungsmittel, dass ich abends auf die Schulter kleben sollte. Die hohe Dosis an Schmerzmitteln (800mg am Tag... ich musste ja in 3 Tagen schon wieder fit sein, da die nächste Klausur anstand) machten mich total aufgedreht und oft war ich bis zum Morgengrauen noch wach (SPECIAL THANKS to JAANA - my Roomie - who was so comprehensive!!!)
Schnell ging es mir wieder besser und auch die Klausur stellte dank intensivem Vorwissen von Hr. Brandstätter keinerlei Probleme dar.
Nun ja und gerade liege ich in der Kabine Nr. 2036 vom Typ C4 (die billigste ohne Fenster und direkt unter dem Autodeck) auf der Fähre von Helsinki nach Stockholm. Und zwar ist heute bereits soviel aufregendes passiert, dass ich mir gedacht habe, dass ich meine Erlebnisse sofort zu Papier bringen muss für euch, damit ich auch ja nichts vergesse. (Bin schon gespannt, ob ich meine Sauklaue später noch entziffern kann.)

Heute Morgen um 05.45h (also für mich nach 3 Stunden Schlaf aufgrund der Schmerztablette) brachen Simone und ich zu unserem langersehnten Schweden-Finnland-Trip auf.Unser Plan war folgender:
  • Bus nach Helsinki
  • Nachmittags mit der Fähre nach Stockholm, Ankunft Donnerstag Morgen

  • 2 Nächte in Stockholm
  • Samstag Abend Fähre zurück nach Helsinki
  • 1 Nacht in Helsinki
  • Montag Abend Fähre zurück nach St. Petersburg, Ankunft Dienstag Morgen
Um 7h fuhr also unser Mini-Bus nach Helsinki ab. Zu den Grenzübergängen werde ich diesmal nichts generelles mehr sagen, alles spielte sich ganz genauso ab wie an der russisch - estnischen Grenze.Die Fahrt jedoch war um einiges amüsanter: Bei der Rast vor der Grenze sprach mich die Busorganisatorin an. Es ging um Zigaretten, soviel habe ich verstanden. Als Nichtraucher sagte ich einfach mal "NEIN". Meine Vermutung war, dass sie mit mir rauchen wollte, denn sie zeigte mir ein Päckchen Zigaretten und deutete nach draußen. Etwas später sag ich die Frau, wie sie einer anderen Reisenden Geld gab. So ging ich hin und frage noch einmal nach. Ich verstand nun, dass es um Zigaretten und die Grenze ging. Ich nahm also an, sie wollte, dass ich für sie Zigaretten im Duty Free Shop kaufe, damit sie mehr hatte. Also fragte ich welche Sorte und wie viele. Sie schaute mich nur verwirrt an und sagte: "Komm, wir fahren weiter." Dabei deutete sie mit einem geheimnisvollen Blick auf den Bus. An der Grenze angekommen durften alle aussteigen - außer mir. Sie holte eine Stange Zigaretten hervor und fragte mich nun, ob ich so tun könnte, als ob dies meine wären, sollte jemand nachfragen. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass genau 1 Stange pro Person erlaubt ist, willigte ich ein. Leider erfuhr ich erst wieder nach unserem Trip, dass diese Schmuggelei Gang und Gebe ist und man normalerweise dafür ein paar Rubel verlangen kann.

Das nächste Erlebnis passierte bei der Einreise nach Finnland. Als EU-Bürger aus Russland kommend erregten Simone und ich ohnehin schon nicht wenig Aufmerksamkeit. Als nun der Beamte meinen Pass anschaute, fragte er (so dass es jeder um uns herum hören könnte), ob ich wirklich in Düren geboten wäre. Ich sagte: "Ja." Er lächelte (!!! WELCOME HOME TO EUROPE, SOMEBODY IS SMILING AT YOU) und erzählte, er würde am Freitag nach Köln zum Eisockeyspiel fliegen. Ich war so perplex, dass ich ihm glaube ich noch nicht einmal viel Spaß gewünscht habe, sondern einfach, als er mit den Pass wiedergab, mit einem "Bye" gegangen bin. Mit einem Schmunzeln sagte ein Russe, der das ganze beobachtet hatte: "Ja so ist das halt, da erweckt man eben Aufmerksamkeit als deutsches Mädl."

Letztendlich kamen wir sehr früh in Helsinki an und Simone und ich hatten weder einen Stadtplan, noch ein paar Infos von unseren finnischen Studienkollegen, wie wir in Helsinki die Zeit bis zur Abfahrt der Fähre überbrücken könnten. Normalerweise braucht man nämlich für die Fahrt weitaus länger, sodass wir nicht mit dem langen Aufenthalt gerechnet haben. Dann kam uns die Idee - auf geht's zum Friseur. Da wir auf russisch nicht erklären können, was wir gerne hätten und weil alle die, die beim Friseur in St. Petersburg waren, einfach nur schrecklich aussahen, hatten wir den Friseurbesuch sowieso schon dringend nötig. So kam es dann, dass wir bei dem charmanten Mario landeten, der sowohl Simone, als auch mit eine ansehnliche Frisur und Strähnen verpasst.


Frisch gestylt konnte nun der Abend auf der Fähre beginnen. Nach Duty Free, Animationsabend und Bestaunen des Sonnenuntergangs (Simones Kommentar: "Kati, es tut mir leid, aber gerade würde ich mir wünschen, du wärest männdlich") ging es dann müde aber glücklich und voller Vorfreude auf Stockholm ins Bett.






Stockholm bei unserer Ankunft mit der Fähre



In Stockhom machten wir uns dann auf den Weg ins Hotel, um die Tasche abzustellen und unser Hotelzimmer zu beziehen. Wir deckten uns mit Info-Sightseeing-Material ein und beschlossen, bei dem schönen Wetter eine Schiffstour zu machen. Danach ließen wir uns bei einem Spaziergang durch die Stadt die Sonne ins Gesicht scheinen.
(Hier schonmal Danke an Jürgen, der uns seinen Stockholm Reiseführer und Karte mitgebracht hatte, als er in St. Petersburg war!!)

Beim Flanieren durch die Fußgängerzone tippte mich auf einmal jemand an - und wer steht vor mir?
ROMANA!!! (eine Studienkollegin aus Steyr, die in ihrem Auslandssemester in einem kleineren Ort in Schweden verbringt)

Den Abend ließen wir in einem thailändischen Resturant und schwedischen Teilchen in einer echten Konditorei ausklingen.

das moderne Stockholm bei Nacht

(Zwischenkommentar: Mittlerweile sitze ich übrigens vor einem Fenster der Princess Maria der St. Peter Line mit Blick auf das weite Meer, unser Urlaub ist so gut wie vorbei, denn wir nähern uns St. Petersburg bei jedem Wort, das ich schreibe.)


Nun zurück zu Stockhom: am 2. Tag (also Freitag), nach einem leckeren Frühstücksbuffet, steuerten wir den Palast und Regierungssitz der schwedischen Königsfamilie an, da Romana uns am Vortag den Tipp gegeben hatte, unbedingt die Wachablöse anzuschauen. Das hat sich echt total gelohnt (Danke Romana!) da sich vor dem Palast ein riesen Spektakel (inkl. Musikkappelle, Pferden und TV-Team) abspielte.


Danach begann unser Shopping-Marathon durch diverse Stockholmer Geschäfte.Als sich der Hunger bemerkbar machte, suchten wir ein schwedisches Restaurant auf, das uns die Rezeptionistin im Hotel empfohlen hatte.
Auch dieser Tipp hat sich als äußerst hilfreich herausgestellt: die Köttbullar mit den frischen Preiselbeeren waren traumhaft!!!

Nach kurzem Frisch-Machen im Hotel gingen wir in eine Bar namens "Strand" (es war allerdings mittlerweile superkalt, aber kein Regen zum Glück) und genossen ein Gläschen Wein.
Das Aufstehen am nächsten Morgen war recht schwer, war es doch am Abend zuvor ein bisschen länger geworden. Wir hatten uns einen genauen Zeitplan gemacht, denn es gab noch das Rathaus und die Markthalle zu besichtigen, bevor unser Schiff am Abend wieder ablegte.

Rathaus

Deutsch, wie wir nun mal sind, hielten wir uns an unseren Plan, machten eine lohnenswerte Führung im Stadshuset" und bestaunten all die frischen und leckeren Dinge in Stockholms Nobelmarkthalle.


Mit etwas Wehmut bezogen wir am frühen Abend wieder unsere Economy-Kabine auf der MS Gabriella.
Im Duty-Free gönnten wir uns einen Mini Vodka, der dann folgendermaßen getrunken wurde:



Da wir nun an einem Samstag Abend auf der Fähre waren, war die Tanzfläche der Borddisco nicht wie am Mittwoch bei der Hinfahrt mit superniedlichen, standardtanzenden Omas und Opas gefüllt, sondern mit partywilligen, jungen Leuten.
Schnell sprachen uns die ersten finnischen Männer an und bald lerten wir den Direktor des finnischen Skiverbunds und keine Kollegen kennen, die uns gerne den ein oder anderen Drink zahlten :)

In den frühen Morgenstunden genossen wir dann noch ein paar Stunden Schlaf - ob
allerdings das Schaukeln vom Schiff und den Wellen oder vom Lonkero (finn. Longdrink mit Grapefruit - lecker!) kam, kann ich euch nicht genau sagen...

Am nächsten Morgen holte uns Simones Studienfreundin Denise am Helsinkier Bahnhof a. Denise verbringt ihr Auslandssemester in Helsinki, wohnt dort im Studentenwohnheim und bei ihr haben wir auch übernachten dürfen.Danke dafür, liebe Denise und vielen Dank, dass du uns die Stadt gezeigt hast und dir Zeit für uns genommen hast!!

Kathedrale von Helsinki

Nach einem Spaziergang entschieden wir uns, da es ungemütliches Regenwetter war, mit der Straßenbahn zu einer Kirche zu fahren, die in einen Felsen gebaut ist.
Nach einiger Zeit fiel Denise auf, dass wir die falsche Bahn in die entgegengesetzte Richtung genommen hatten. Allerdings blieben wir sitzen, da die Straßenbahnen zum einen im Kreis fahren und zum anderen genau diese Linie sogar in Reiseführern für Straßenbahn-Sightseeing-Touren empfohlen wurde. Von ihr aus kam man an den wichtigsten Punkten der Stadt vorbei und wir wurden noch nicht einmal nass.
Letztendlich schafften wir es doch noch nach ca. 1 Stunde zur Felsenkirche.

Den Abend ließen wir anschließend bei einem Mexikaner und leckeren Tortillas ausklingen.

Den heutigen Tag begannen wir mit einem leckeren Frühstück, sodass wir ausgeschlafen und gestärkt in den letzten Tag starten konnten. Neben Geschäfte-Bummeln stand heute ein Supermarktbesuch auf dem Plan.

Wie immer, wenn wir in Stockholm oder Helsinki einen Supermarkt betraten und die Gemüse- und Früchteauswahl entdeckten, verschlug es und auch diesmal den Atem. So viel Gesundes auf einem Fleck, in Bergen angehäufte Tomaten, frische Salate..., glänzende Erdbeeren, Äpfel... (Denise konnte sich ein Schmunzeln nich verkneifen!)
Doch wir sind einfach hin und weg, da in russischen Supermärkten Paprikas Luxusgüter sind, wenn sie überhaupt und nur mit viel Glück zu kaufen sind, Tomaten schon im Geschäft matschig und manchmal schimmelig sind und der einzige, einigermaßen leistbare Salat aus 3 Blättern in einem Miniblumentöpfen zu kaufen ist!

Also macht euch schonmal gefasst, was passiert, wenn ihr mit mir mal wieder in einen Supermarkt geht im Sommer oder wenn ich deinen Garteh sehe, Oma!!!
Voll bepackt mit neuen Klamotten aus Stockholm und Lebensmitteln aus Helsinki stand auch schon die Rückfahrt nach St. Petersburg - mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf dem Plan.

Abschlussfoto auf der Princess Maria von Helsinki zurück nach St. Petersburg

V.a. Stockhom war total europäisch, freundlich, überschaulich klein, gemütlich, sauber, grün, z.T. sonnig, warm, hilfsbereit, zuvorkommend, angenehm, ruhig, größtenteils rauchfrei - kurz: "heimisch".
Doch freue ich mich auch schon wieder auf "zu Hause" - unbeschwertes Studentenleben in St. Petersburg, meine dortigen, neugewonnenen Freunde, die ich in den 6,5 Tagen doch auch vermisst habe, auf "mein" Bett und und und...

Außerdem warten in Russland auch mich nun die 4,5 letzten Wochen:
  • Nächstes Wochenende steht schon der Moskautrip mit 3 liebenswerten Jungs (2 Slowaken und 1 Tscheche) vor der Türe.
  • Die Nächte hier in St. Petersburg werden heller und wärmer.
  • Die Brücken in der Stadt über der Newa öffnen sich, damit größere Schiffe passieren können.
  • und vieles mehr...
Heute in genau 3 Wochen genieße ich die ersten Stunden mit dir, Mama.
In weniger als 5 Wochen (genauer gesagt in 32 Tagen) bin ich schon wieder zu Hause und genieße hoffentlich die ersten Stunden, Grillwürstchen, Salate und Kölsch zu Hause beim Public Viewing von Deutschlang gegen Australien mit euch, Papa, Marcel, Jan, Oma, Opa, Onkel Paul, Martina, Julian, Jens, Christina, Rebecca, Ute, Anette, Christian, Nina, Janine...

Sooooo, ihr lieben und fleißigen Leser... nun mach ich mal Schluss, schließlich geht es morgen gegen Mitternacht auf die 10stündige Zugfahrt nach Moskau ;)

Mittwoch, 21. April 2010

Tallinn :)

Donnerstagnachmittag - 15.15h - Zeit zum Aufbrechen...

Bepackt mit Rucksack und einer Reisetasche (inkl. gutem russ. Vodka als kleines Willkommensgeschenk) machte ich mich letztendlich alleine auf den Weg nach Tallinn. Geplant war, dass Simone und ich zusammen fahren, doch sie ist krank geworden. Für mich stand allerdings fest, dass ich mich trotzdem auf den Weg machen würde.

Mit der Metro ging es zuerst zum baltischen Bahnhof. Nach dem nicht erfolgreichen Versuch, die richtige Bushaltestelle für den Bus nach Tallinn alleine zu finden, überwand ich mich, den jungen Mann am Handystand nach dem Weg zu fragen - auf russisch. Er empfahl mir, die älteren Damen, dir ihre Kräuter am Straßenrand anboten, um Hilfe zu bitten, da er sich nicht auskenne.
Gesagt getan. Die Frauen deuteten mir in eine Richtung, in die ich dann ging... allerdings unsicher, ob sie meine Frage, bzw. ich ihre Antwort richtig verstanden hatte.
Auf dem Weg dorthin (mir kamen so langsam Zweifel) fragte ich zum 3. Mal: "Entschuldigen Sie bitte, wo fährt der Bus nach Tallin ab?" Die Frau zeigte mir ein Haltenverbotenschild und sagte, dass der Bus dort abfährt. Ich war also auf dem richtigen Weg.
Bei dem Schild angekommen, fand ich allerdings nur einen schmalen Bürgersteig und kein Logo der Busgesellschaft, keinen Fahrplan - nichts. So fragte ich nun eine weitere Dame: "Fährt der Bus nach Tallinn hier ab?" Sie antwortete freundlich, dass ich hier richtig bin und fragte, ob ich auch mit dem 16.45h Bus fahren würde. Bald darauf kam er dann auch schon, der Bus, und ich machte es mir für die 7,5-stündige Fahrt gemütlich. Außerdem war ich total glücklich und stolz, nun endlich im richtigen Bus zu sitzen!!!

Nach an ein paar Stops außerhalb von St. Petersburg kamen wir an der russisch-estnischen Grenze an.
Zunächst mussten wir alle an der russischen Grenze aussteigen und all unsere Sachen (auch die Koffer und Taschen aus dem Gepäckraum) mitnehmen. Während wir beim Schalter geduldig auf die "Ausreise" warteten, durchsuchten und durchleuchteten Beamte den kompletten Bus. Die Dame, die meinen Pass und das Visum kontrollierte, ließ sich ganz schön viel Zeit, so dass ich schon leicht nervös wurde. In Rücksprache mit einem Kollegen gab sie mir dann doch meinen gestempelten Pass zurück und ich durfte zurück in den Bus.
Nach einem kurzen Stop beim Duty Free Shop, in dem Kinder mit Süßigkeiten und v.a. Männer mit Alkohol und Zigaretten eingedeckt wurden, warteten wir ca. 200m weiter an der estnischen Grenze auf die Einreise. Eine weitere Zollbeamtin betrat den Bus, sammelte unsere Pässe ein, jagte einen Spürhund durch den Bus und während vermutlich unsere Pässe überprüft wurden, wurden auch noch unsere Taschen und Koffer durchsucht. Nachdem zwei Taschenbesitzer zu ihrem Gepäck geholt wurden - warum auch immer - konnte die Reise dann weiter gehen.
Nach gut 200km kamen wir dann endlich, auf die Minute genau, in Tallinn an, wo Gerry (für Nicht-Steyrer: mein Studienkollege aus Steyr, der dort sein Auslandssemester verbringt) schon auf mich wartete.
Im Hostel lernte ich dann seine Studienkollegen beim gemütlichen Zusammensitzen kennen.

Der Freitag begann ein wenig bewölkt, was uns allerdings nicht davon abhielt, die Altstadt Tallinns zu besichtigen. Dabei erinnerte mich Tallinn immer wieder an Steyr - kleine Gassen, versteckte Cafés und v.a. war es dort sooooooooooooooo ruhig im Vergleich zu St. Petersburg.



Nach einem Abstecher in ein urgemütliches Café, ging es zu dem bei den Studenten beliebten "Potatoe"-Restaurant. Dort gab es super leckere Folienkartoffeln mit allerlei Füllungen - da kam schon fast das Grill-feeling auf ;) .

Am Nachmittag machten wir uns auf ans Meer. An guten Tagen kann man von hier wohl bis nach Finnland schauen :)

Außerdem statteten wir dem Supermarkt einen kurzen Besuch an und ich war überwältigt. Dort gab es Nesquik, viel frisches Obst und Gemüse, Knäckebrot und und und... für den nächsten Tag nahmen wir uns einen Einkauf vor, damit ich ein paar "heimische" Sachen mit nach Russland nehmen konnte. Den Freitagabend verbrachten wir dann in 2 netten Bars mit super netten Leuten!
Am nächsten Tag genossen wir den strahlenden Sonnenschein auf der Terrasse am Hauptplatz:



Anschließend hat Gerry mir noch ihr berühmtes Pancake-Restaurant "Kompressor" gezeigt. Dort gibt es herzhafte und süße Pfannkuchen, die mehr als lecker und dazu noch super preiswert waren.
Am Sonntag (bei leichtem Schneefall) brachte Gerry mich dann zum Bus, der mich zurück nach St. Petersburg bringen sollte. Ich war diesmal nicht mit Vodka vollgepackt, sondern mit Tortellini, Nesquik, Knäcke, Ahornsirup.....

Hier möchte ich mich nocheinmal bei Gerry ganz herzlich bedanken. Es war ein echt schönes Wochenende, an dem er sich so viel Zeit für mich genommen hat, um mir die Stadt und sein Studentenleben in Tallinn zu zeigen! Vielen lieben Dank!!!

Die Rückreise hat problemlos in umkehrter Reise wie der Hinweg geklappt. Wieder in St. Petersburg angekommen traf ich mich gleich mit Jaana und 2 anderen Finnen in der Stadt, bevor wir uns auf den Nachhauseweg ins Wohnheim machten.



Am Montag ging die Woche wieder ganz normal mit Vorlesungen los und morgen vormittag steht ein Russischtest an. Falls ihr also morgen früh nichts zu tun habt, dann drückt mir die Daumen, ein bisschen Glück kann ich sicher gut gebrauchen :)

Ich wünsch euch noch eine schöne Restwoche und ein noch schöneres, entspanntes Wochenende!!!

Dir, Marcel, wünsche ich gaaaaaaaaaaaaaanz, ganz viel Gück und Erfolg bei denen Abi-Klausuren. Ich denke ganz fest an dich :-*



P.S. Etwas ganz besonderes für mich war das Leitungswasser in Tallinn - sowohl beim Duschen als auch zum Trinken kam sauberes Wasser aus der Leitung. Wie ihr vielleicht wisst, soll man das Leitungswasser hier in St. Petersburg nicht trinken (wenn dann nur gefiltert) und außerdem hat es einen etwas komisch Geruch, sodass das Duschen anfangs sehr gewöhnungsbedürftig war. Umso schöner war es dann zum Beispiel, in Tallinn einfach ein Glas unter den Wasserhahn zu halten und dieses zutrinken :)

Dienstag, 13. April 2010

Ostern, Besuch von daheim und ein total spektakuläres Wochenende!

Hallo meine Lieben,
ich hoffe, ihr habt Ostern gut überstanden und ein paar schöne, freie Tage genossen.

Hier in Russland feiern die Orthodoxen Ostern am Samstagabend, bzw. Sonntag. Karfreitag war ein ganz normaler Werktag, genauso wie der Ostermontag.

Bei einem Streifzug durch unseren Supermarkt am Karsamstag fanden wir zufällig die Utensilien zum Eierfärben und da wir sowieso Zeit hatten, entstand am Nachmittag dann folgende Eierfamilie:

Am Sontagmorgen machten Julia und ich uns auf in die katholische Kirche, die wir auf unserem Frühlingsspaziergang am Donnerstag entdeckt hatten. Der Gottesdienst war auch Englisch und sehr interessant. Zu unserer Überraschung war die Kirche nach einiger Zeit auch ziemlich voll - von Amerikanern über viele Afrikaner bishin zu Europäern wie Julia und ich!

Anschließend fuhren wir (trotz Bombenwarnungen in der vorigen Woche) in unser geliebtes Einkaufszentrum. Ja, nicht wundern, die Geschäfte haben jeden Tag auf, auch am Ostersonntag. Dort haben wir einen sehr erfolgreichen Shopping-Nachmittag gehabt. Zum krönenden Abschluss stand dann noch ein Abstecher im MEGA-großen Supermarkt an, in dem wir uns mit frischem Brot, Mozzarella, Müsli und vielen anderen Dingen eindeckten, die es bei uns im Supermarkt nicht zu kaufen gibt.
Nach einem langen Tag kehrten wir dann am Abend hundemüde, aber glücklich und zufrieden zurück.

Am Ostermontag standen dann brav Vorlesungen auf dem Plan und wir lernten eine russische Ostertradition kennen. Bekommt man nämlich ein Osterei geschenkt, so schenkt man laut der Tradition, ein anderes Ei zurück. Am Ende unserer Russischstunde schenkte uns unsere Lehrerin jedem ein Ei und somit war ich froh, dass wir unsere Eierfamilie auf unserem Küchentisch stehen hatten und ich ihr ein Mitglied unserer Eierfamilie vorbeibringen konnte :)

Nachmittags habe ich mich mit Romana und Lisa getroffen. Es war echt schön, mal wieder "österreichisch" zu hören und ein wenig über ihre Auslandssemester erfahren.

Am Dienstag erlebte ich dann ein weiteres Highlight meines Uni-Lebens. Sollte man es als Studentenkorruption beschreiben? Ich weiß es nicht, entscheidet selbst...Im Verlauf unserer Strategic-Management Vorlesung, die in der Regel immer nur sehr spärlich und von den gleichen Leuten besucht wird, bekamen wir ein Quiz als Gruppenarbeit, bei dem wir zu zwei Fragestellungen jeweils eine Antwort aus drei vorgegebenen Möglichkeiten auswählen mussten - quasi Multiple-Choice.Außerdem bekamen wir den folgenden Anreiz: wenn eure Gruppe beide Antworten richtig ausgesucht hat, bekommt ihr einen Punkt mehr bei der Klausur.Im insgeheimen dachte sich jeder: "Na gut, ein Punkt hin oder her... was macht das schon?"
Auf einmal fragte jemand noch einmal, wie der Professor denn wissen würde, wer in welchen Gruppen ist, falls die Fragen richtig beantwortet würden. Unser Professor erklärte uns dann: "Wenn ihr beide Antworten eurer Gruppe richtig habt, dann dürft ihr mir einen Zettel mit den Namen eurer Gruppen abgeben, diesen leite ich dann in euer Büro weiter und wenn ihr z.B. in der Klausur ein B habt, bekommt ihr auf dem Zeugnis dann ein A." (zur Info: A - das Beste, F - das Schlechteste)
Wir konnten unseren Ohren nicht trauen - für ein "Ratespiel" dieser Art sollten wir wirklich eine ganze Note besser bekommen auf dem Zeugnis?Wie dem auch sei - 2 von 3 Gruppen haben beide Fragen richtig beantwortet (unter anderem auch wir!) und nun kann ja beim Examen (fast) nichts mehr schief gehen!!

Nach einem recht informativen und interessanten Besuch der St. Petersburger Börse am Mittwoch kam es zum nächsten FH-Treffen zwischen Ulli, Jürgen und mir am Freitag. Außerdem besuchten Jürgen und einer seiner Studienkollegen aus Schweden am Montag hier im Wohnheim, um einen Eindruck von unserer netten, kleinen WG zu bekommen.

Nun zu einem der wohl verrückstesten Wochenenden, dir ich bis jetzt hier erlebt habe.

Für Freitagabend entschieden wir uns, den größten Zirkus der Stadt zu besuchen - "Die Show der Giganten". Neben vielen kleinen Kindern haben wir total viel Spaß gehabt und sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen.Hier ein paar kleine Eindrücke:





Nun zum Samstag - den Tag, den alle mit großer Spannung, Vorfreude und guter Laune erwartet haben: SAUNA-PARTY!!!
Dank zweier Organisatoren haben wir für Samstagnacht (24-06h) eine Saunalandschaft (ein Banja) gemietet. Insgesamt waren wir ca. 60 Leute - bewaffnet mit Badesachen, Getränken, Chips und jeder Menge Spaß und ausgelassener Stimmung. Da nun auch hier der Frühling ausgebrochen ist, konnte der/die ein oder andere den Frühlingsgefühlen nicht so ganz widerstehen :)
Für fast Jeden (auch die, die sich eher der Sauna, dem Pool und der Musik, anstatt dem anderen Geschlecht hingegeben haben) wurde der Abend wurde zu einem aufregenden und unvergesslichen Erlebnis.

Proviant


Simone, ich, Julia (in deren Geburtstag in Banja reingefeiert wurde), Jaana und Alica



Samstag, 3. April 2010

Orthodoxe Kirchen, Frühling und "Banja"

Hey meine Lieben,
hoffe, es geht euch allen gut... hier ist alles paletti.
Bestimmt habt ihr von den Attentaten in Moskau gehört - die Nachricht hat auch uns hier in St. Petersburg in Schrecken versetzte und eigentlich wäre ich gerade jetzt gerade in Moskau, habe den Trip aber abgesagt und warte lieber, bis sich die Lage wieder ein wenig beruhigt hat. Jedes mal, wenn man nun in eine Metro steigt, hat man schon echt ein ungutes Gefühl, aber die Metro ist nun leider das einzige Verkehrsmittel in die Stadt und somit können wir nicht darauf verzichten. Es ist nun auch bekannt geworden, dass am selben Tag wie in Moskau hier in St. Petersburg eine Bombendrohung an den beiden zentralsten Metrostationen der Stadt eingegangen sind... Trittbrettfahrer vermutlich. Am Donnerstag sind außerdem 2 große Bahnhöfe und unsere beiden Lieblingseinkaufszentren "MEGA" aufgrund von Bombendrohungen evakuiert worden, wie wir gestern erfahren haben. Zum Glück waren dies alles Fehlalarme.Uns ist, wie ihr euch vorstellen könnt, nicht ganz wohl bei dem Gedanken, in die Stadt zu fahren, aber bei dem schönen Wetter drinnen zu sitzen ist ja auch nicht das Wahre...

Soooo, nun zu den erfreulicheren Dingen der letzten Tage:
Am letzten Wochenende statteten Simone und ich der Wladimir-Kirche einen Besuch ab. Schnell bemerkten wir, dass es sich hier um eine orthodoxe Kirche handelte (ein Kerzchen hab ich natürlich trotzdem für euch angemacht), was wir auch im Handumdrehen bestätigt bekommen sollten. Denn beim Verlassen der Kirche sprach uns ein "Wächter" an, wir sollen doch bitte Hut, Mütze oder Kaputze aufsetzen, da dies eine orthodoxe Kirche sei und da hier nur Prostituierte ohne Kopfbedeckung in die Kirche gehen würden. Glücklicherweise schaute er mich dabei an - denn ich hatte, im Gegensatz zu Simone, keine Mütze an!
(Und wehe, ihr sitzt jetzt zu Hause und lacht!)

Da wir letzten Dienstag ganz frei hatten, haben wir uns mal wieder auf Erkundungstour begeben. Diesmal stand die Peter- und Paulfestung auf dem Tagesprogramm. Unter anderem gibt es dort das ehemalige Gefängnis der Stadt und die Gräber einiger Zaren in der Peter-Paul-Kathedrale zu besichtigen, unter anderem auch das des berühmten Peter I., der St. Petersburg gegründet hat und der die westeuropäische Kultur vergöttert hat.


Am Donnerstag nach den Vorlesungen konnten wir dem schönen Wetter nicht widerstehen und sind trotz den Nachrichten aus Moskau in die Stadt gefahren (zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nichts von den Drohanrufen und Evakuierungen hier in St. Petersburg). Endlich sind alle Straßen und Gehwege frei und das Herumschlendern in der Stadt wird zu einem wahren Vergnügen!!!

vor der Ermitage auf dem Schlossplatz... (mittlerweile ist sogar die Fleecejacke in der Sonne zu warm!!)


Julia und ich vor der Peter- und Paulfestung mit Turm von Kathedrale im Hintergrund


Nach der (Frühjahrs-)Müdigkeit der letzten Tage waren wir nun alle voller frühlingshaftem Tatendrang und guter Laune, sodass dem Spontanbesuch einer Disco am Abend rein gar nichts im Wege stand - auch nicht die Vorlesung am Freitagmorgen... ;)




Nach der durchfeierten Nacht suchten wir dann gestern Abend ein "Banja" auf. Wir dachten, es handelt sich dabei um eine Sauna, wurden aber schnell eines Besseren belehrt. Dieses "Banja" war eher eine Art Badehaus für ältere Damen und Herren (getrennte Bereiche), aber dafür war es mit 25 Rubel (ca 60 cent) echt billig. Beim Eingang kauften sich unsere finnischen Mädls Birkenzweige... wieso und weshalb dazu später... dann stürzten wir uns in das unbeschreibliche Abenteuer!
Zunächst schauten wir uns um - recht skeptisch - nahmen eine kalte Dusche und dann ging es auch schon in die Hitze und das Spektakel begann...
Stellt euch vor: ein Dutzend Frauen jeglichen Alters auf einer Art Balkon in einer Art riesen Sauna und man schlägt sich gegenseitig mit den zuvor in Wasser getränkten Birkenzweigen, da dies förderlich für die Blutzirkulation der Haut sei... Auch wir "deutschen Neulinge" haben uns dann mutig der Herausforderung gestellt, die Zähne zusammengebissen und die Finninen mit ihren Birkenzweigen an unseren Rücken gelassen... ich glaube, sie haben uns ein wenig verschont, denn im Gegensatz zu den anderen Frauen hatten wir keine roten Striemen am Körper ;)
Zum Abschluss dieses Tages kochten wir am Abend zusammen Blini (= russ. Crêpes).
Ich denke, es war nicht das letzte Mal, dass wir in einem "Banja" waren, doch werde ich in der nächsten Russischstunde einmal nach dem "Banja" fragen, von dem meine Russischlehrerin immer schwärmt.

Ja, jetzt ist schon wieder gut eine Woche vorbei - Halbzeit war für mich auch schon letzte Woche... die Zeit will einfach nicht stehen bleiben, so schön es auch manchmal wäre... und bis zu meinem Rückflug am 13. Juni (den ich vor ein paar Tagen gebucht habe), werde ich die Zeit hier noch in vollsten Zügen genießen... jetzt wo es eeeeendlich FRÜHLING ist, gibt es noch viel zu unternehmen und zu besuchen!!!

Ich wünsche euch allen frohe Ostern und bis ganz bald. Take care of you!!