Mittwoch, 21. April 2010

Tallinn :)

Donnerstagnachmittag - 15.15h - Zeit zum Aufbrechen...

Bepackt mit Rucksack und einer Reisetasche (inkl. gutem russ. Vodka als kleines Willkommensgeschenk) machte ich mich letztendlich alleine auf den Weg nach Tallinn. Geplant war, dass Simone und ich zusammen fahren, doch sie ist krank geworden. Für mich stand allerdings fest, dass ich mich trotzdem auf den Weg machen würde.

Mit der Metro ging es zuerst zum baltischen Bahnhof. Nach dem nicht erfolgreichen Versuch, die richtige Bushaltestelle für den Bus nach Tallinn alleine zu finden, überwand ich mich, den jungen Mann am Handystand nach dem Weg zu fragen - auf russisch. Er empfahl mir, die älteren Damen, dir ihre Kräuter am Straßenrand anboten, um Hilfe zu bitten, da er sich nicht auskenne.
Gesagt getan. Die Frauen deuteten mir in eine Richtung, in die ich dann ging... allerdings unsicher, ob sie meine Frage, bzw. ich ihre Antwort richtig verstanden hatte.
Auf dem Weg dorthin (mir kamen so langsam Zweifel) fragte ich zum 3. Mal: "Entschuldigen Sie bitte, wo fährt der Bus nach Tallin ab?" Die Frau zeigte mir ein Haltenverbotenschild und sagte, dass der Bus dort abfährt. Ich war also auf dem richtigen Weg.
Bei dem Schild angekommen, fand ich allerdings nur einen schmalen Bürgersteig und kein Logo der Busgesellschaft, keinen Fahrplan - nichts. So fragte ich nun eine weitere Dame: "Fährt der Bus nach Tallinn hier ab?" Sie antwortete freundlich, dass ich hier richtig bin und fragte, ob ich auch mit dem 16.45h Bus fahren würde. Bald darauf kam er dann auch schon, der Bus, und ich machte es mir für die 7,5-stündige Fahrt gemütlich. Außerdem war ich total glücklich und stolz, nun endlich im richtigen Bus zu sitzen!!!

Nach an ein paar Stops außerhalb von St. Petersburg kamen wir an der russisch-estnischen Grenze an.
Zunächst mussten wir alle an der russischen Grenze aussteigen und all unsere Sachen (auch die Koffer und Taschen aus dem Gepäckraum) mitnehmen. Während wir beim Schalter geduldig auf die "Ausreise" warteten, durchsuchten und durchleuchteten Beamte den kompletten Bus. Die Dame, die meinen Pass und das Visum kontrollierte, ließ sich ganz schön viel Zeit, so dass ich schon leicht nervös wurde. In Rücksprache mit einem Kollegen gab sie mir dann doch meinen gestempelten Pass zurück und ich durfte zurück in den Bus.
Nach einem kurzen Stop beim Duty Free Shop, in dem Kinder mit Süßigkeiten und v.a. Männer mit Alkohol und Zigaretten eingedeckt wurden, warteten wir ca. 200m weiter an der estnischen Grenze auf die Einreise. Eine weitere Zollbeamtin betrat den Bus, sammelte unsere Pässe ein, jagte einen Spürhund durch den Bus und während vermutlich unsere Pässe überprüft wurden, wurden auch noch unsere Taschen und Koffer durchsucht. Nachdem zwei Taschenbesitzer zu ihrem Gepäck geholt wurden - warum auch immer - konnte die Reise dann weiter gehen.
Nach gut 200km kamen wir dann endlich, auf die Minute genau, in Tallinn an, wo Gerry (für Nicht-Steyrer: mein Studienkollege aus Steyr, der dort sein Auslandssemester verbringt) schon auf mich wartete.
Im Hostel lernte ich dann seine Studienkollegen beim gemütlichen Zusammensitzen kennen.

Der Freitag begann ein wenig bewölkt, was uns allerdings nicht davon abhielt, die Altstadt Tallinns zu besichtigen. Dabei erinnerte mich Tallinn immer wieder an Steyr - kleine Gassen, versteckte Cafés und v.a. war es dort sooooooooooooooo ruhig im Vergleich zu St. Petersburg.



Nach einem Abstecher in ein urgemütliches Café, ging es zu dem bei den Studenten beliebten "Potatoe"-Restaurant. Dort gab es super leckere Folienkartoffeln mit allerlei Füllungen - da kam schon fast das Grill-feeling auf ;) .

Am Nachmittag machten wir uns auf ans Meer. An guten Tagen kann man von hier wohl bis nach Finnland schauen :)

Außerdem statteten wir dem Supermarkt einen kurzen Besuch an und ich war überwältigt. Dort gab es Nesquik, viel frisches Obst und Gemüse, Knäckebrot und und und... für den nächsten Tag nahmen wir uns einen Einkauf vor, damit ich ein paar "heimische" Sachen mit nach Russland nehmen konnte. Den Freitagabend verbrachten wir dann in 2 netten Bars mit super netten Leuten!
Am nächsten Tag genossen wir den strahlenden Sonnenschein auf der Terrasse am Hauptplatz:



Anschließend hat Gerry mir noch ihr berühmtes Pancake-Restaurant "Kompressor" gezeigt. Dort gibt es herzhafte und süße Pfannkuchen, die mehr als lecker und dazu noch super preiswert waren.
Am Sonntag (bei leichtem Schneefall) brachte Gerry mich dann zum Bus, der mich zurück nach St. Petersburg bringen sollte. Ich war diesmal nicht mit Vodka vollgepackt, sondern mit Tortellini, Nesquik, Knäcke, Ahornsirup.....

Hier möchte ich mich nocheinmal bei Gerry ganz herzlich bedanken. Es war ein echt schönes Wochenende, an dem er sich so viel Zeit für mich genommen hat, um mir die Stadt und sein Studentenleben in Tallinn zu zeigen! Vielen lieben Dank!!!

Die Rückreise hat problemlos in umkehrter Reise wie der Hinweg geklappt. Wieder in St. Petersburg angekommen traf ich mich gleich mit Jaana und 2 anderen Finnen in der Stadt, bevor wir uns auf den Nachhauseweg ins Wohnheim machten.



Am Montag ging die Woche wieder ganz normal mit Vorlesungen los und morgen vormittag steht ein Russischtest an. Falls ihr also morgen früh nichts zu tun habt, dann drückt mir die Daumen, ein bisschen Glück kann ich sicher gut gebrauchen :)

Ich wünsch euch noch eine schöne Restwoche und ein noch schöneres, entspanntes Wochenende!!!

Dir, Marcel, wünsche ich gaaaaaaaaaaaaaanz, ganz viel Gück und Erfolg bei denen Abi-Klausuren. Ich denke ganz fest an dich :-*



P.S. Etwas ganz besonderes für mich war das Leitungswasser in Tallinn - sowohl beim Duschen als auch zum Trinken kam sauberes Wasser aus der Leitung. Wie ihr vielleicht wisst, soll man das Leitungswasser hier in St. Petersburg nicht trinken (wenn dann nur gefiltert) und außerdem hat es einen etwas komisch Geruch, sodass das Duschen anfangs sehr gewöhnungsbedürftig war. Umso schöner war es dann zum Beispiel, in Tallinn einfach ein Glas unter den Wasserhahn zu halten und dieses zutrinken :)

Dienstag, 13. April 2010

Ostern, Besuch von daheim und ein total spektakuläres Wochenende!

Hallo meine Lieben,
ich hoffe, ihr habt Ostern gut überstanden und ein paar schöne, freie Tage genossen.

Hier in Russland feiern die Orthodoxen Ostern am Samstagabend, bzw. Sonntag. Karfreitag war ein ganz normaler Werktag, genauso wie der Ostermontag.

Bei einem Streifzug durch unseren Supermarkt am Karsamstag fanden wir zufällig die Utensilien zum Eierfärben und da wir sowieso Zeit hatten, entstand am Nachmittag dann folgende Eierfamilie:

Am Sontagmorgen machten Julia und ich uns auf in die katholische Kirche, die wir auf unserem Frühlingsspaziergang am Donnerstag entdeckt hatten. Der Gottesdienst war auch Englisch und sehr interessant. Zu unserer Überraschung war die Kirche nach einiger Zeit auch ziemlich voll - von Amerikanern über viele Afrikaner bishin zu Europäern wie Julia und ich!

Anschließend fuhren wir (trotz Bombenwarnungen in der vorigen Woche) in unser geliebtes Einkaufszentrum. Ja, nicht wundern, die Geschäfte haben jeden Tag auf, auch am Ostersonntag. Dort haben wir einen sehr erfolgreichen Shopping-Nachmittag gehabt. Zum krönenden Abschluss stand dann noch ein Abstecher im MEGA-großen Supermarkt an, in dem wir uns mit frischem Brot, Mozzarella, Müsli und vielen anderen Dingen eindeckten, die es bei uns im Supermarkt nicht zu kaufen gibt.
Nach einem langen Tag kehrten wir dann am Abend hundemüde, aber glücklich und zufrieden zurück.

Am Ostermontag standen dann brav Vorlesungen auf dem Plan und wir lernten eine russische Ostertradition kennen. Bekommt man nämlich ein Osterei geschenkt, so schenkt man laut der Tradition, ein anderes Ei zurück. Am Ende unserer Russischstunde schenkte uns unsere Lehrerin jedem ein Ei und somit war ich froh, dass wir unsere Eierfamilie auf unserem Küchentisch stehen hatten und ich ihr ein Mitglied unserer Eierfamilie vorbeibringen konnte :)

Nachmittags habe ich mich mit Romana und Lisa getroffen. Es war echt schön, mal wieder "österreichisch" zu hören und ein wenig über ihre Auslandssemester erfahren.

Am Dienstag erlebte ich dann ein weiteres Highlight meines Uni-Lebens. Sollte man es als Studentenkorruption beschreiben? Ich weiß es nicht, entscheidet selbst...Im Verlauf unserer Strategic-Management Vorlesung, die in der Regel immer nur sehr spärlich und von den gleichen Leuten besucht wird, bekamen wir ein Quiz als Gruppenarbeit, bei dem wir zu zwei Fragestellungen jeweils eine Antwort aus drei vorgegebenen Möglichkeiten auswählen mussten - quasi Multiple-Choice.Außerdem bekamen wir den folgenden Anreiz: wenn eure Gruppe beide Antworten richtig ausgesucht hat, bekommt ihr einen Punkt mehr bei der Klausur.Im insgeheimen dachte sich jeder: "Na gut, ein Punkt hin oder her... was macht das schon?"
Auf einmal fragte jemand noch einmal, wie der Professor denn wissen würde, wer in welchen Gruppen ist, falls die Fragen richtig beantwortet würden. Unser Professor erklärte uns dann: "Wenn ihr beide Antworten eurer Gruppe richtig habt, dann dürft ihr mir einen Zettel mit den Namen eurer Gruppen abgeben, diesen leite ich dann in euer Büro weiter und wenn ihr z.B. in der Klausur ein B habt, bekommt ihr auf dem Zeugnis dann ein A." (zur Info: A - das Beste, F - das Schlechteste)
Wir konnten unseren Ohren nicht trauen - für ein "Ratespiel" dieser Art sollten wir wirklich eine ganze Note besser bekommen auf dem Zeugnis?Wie dem auch sei - 2 von 3 Gruppen haben beide Fragen richtig beantwortet (unter anderem auch wir!) und nun kann ja beim Examen (fast) nichts mehr schief gehen!!

Nach einem recht informativen und interessanten Besuch der St. Petersburger Börse am Mittwoch kam es zum nächsten FH-Treffen zwischen Ulli, Jürgen und mir am Freitag. Außerdem besuchten Jürgen und einer seiner Studienkollegen aus Schweden am Montag hier im Wohnheim, um einen Eindruck von unserer netten, kleinen WG zu bekommen.

Nun zu einem der wohl verrückstesten Wochenenden, dir ich bis jetzt hier erlebt habe.

Für Freitagabend entschieden wir uns, den größten Zirkus der Stadt zu besuchen - "Die Show der Giganten". Neben vielen kleinen Kindern haben wir total viel Spaß gehabt und sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen.Hier ein paar kleine Eindrücke:





Nun zum Samstag - den Tag, den alle mit großer Spannung, Vorfreude und guter Laune erwartet haben: SAUNA-PARTY!!!
Dank zweier Organisatoren haben wir für Samstagnacht (24-06h) eine Saunalandschaft (ein Banja) gemietet. Insgesamt waren wir ca. 60 Leute - bewaffnet mit Badesachen, Getränken, Chips und jeder Menge Spaß und ausgelassener Stimmung. Da nun auch hier der Frühling ausgebrochen ist, konnte der/die ein oder andere den Frühlingsgefühlen nicht so ganz widerstehen :)
Für fast Jeden (auch die, die sich eher der Sauna, dem Pool und der Musik, anstatt dem anderen Geschlecht hingegeben haben) wurde der Abend wurde zu einem aufregenden und unvergesslichen Erlebnis.

Proviant


Simone, ich, Julia (in deren Geburtstag in Banja reingefeiert wurde), Jaana und Alica



Samstag, 3. April 2010

Orthodoxe Kirchen, Frühling und "Banja"

Hey meine Lieben,
hoffe, es geht euch allen gut... hier ist alles paletti.
Bestimmt habt ihr von den Attentaten in Moskau gehört - die Nachricht hat auch uns hier in St. Petersburg in Schrecken versetzte und eigentlich wäre ich gerade jetzt gerade in Moskau, habe den Trip aber abgesagt und warte lieber, bis sich die Lage wieder ein wenig beruhigt hat. Jedes mal, wenn man nun in eine Metro steigt, hat man schon echt ein ungutes Gefühl, aber die Metro ist nun leider das einzige Verkehrsmittel in die Stadt und somit können wir nicht darauf verzichten. Es ist nun auch bekannt geworden, dass am selben Tag wie in Moskau hier in St. Petersburg eine Bombendrohung an den beiden zentralsten Metrostationen der Stadt eingegangen sind... Trittbrettfahrer vermutlich. Am Donnerstag sind außerdem 2 große Bahnhöfe und unsere beiden Lieblingseinkaufszentren "MEGA" aufgrund von Bombendrohungen evakuiert worden, wie wir gestern erfahren haben. Zum Glück waren dies alles Fehlalarme.Uns ist, wie ihr euch vorstellen könnt, nicht ganz wohl bei dem Gedanken, in die Stadt zu fahren, aber bei dem schönen Wetter drinnen zu sitzen ist ja auch nicht das Wahre...

Soooo, nun zu den erfreulicheren Dingen der letzten Tage:
Am letzten Wochenende statteten Simone und ich der Wladimir-Kirche einen Besuch ab. Schnell bemerkten wir, dass es sich hier um eine orthodoxe Kirche handelte (ein Kerzchen hab ich natürlich trotzdem für euch angemacht), was wir auch im Handumdrehen bestätigt bekommen sollten. Denn beim Verlassen der Kirche sprach uns ein "Wächter" an, wir sollen doch bitte Hut, Mütze oder Kaputze aufsetzen, da dies eine orthodoxe Kirche sei und da hier nur Prostituierte ohne Kopfbedeckung in die Kirche gehen würden. Glücklicherweise schaute er mich dabei an - denn ich hatte, im Gegensatz zu Simone, keine Mütze an!
(Und wehe, ihr sitzt jetzt zu Hause und lacht!)

Da wir letzten Dienstag ganz frei hatten, haben wir uns mal wieder auf Erkundungstour begeben. Diesmal stand die Peter- und Paulfestung auf dem Tagesprogramm. Unter anderem gibt es dort das ehemalige Gefängnis der Stadt und die Gräber einiger Zaren in der Peter-Paul-Kathedrale zu besichtigen, unter anderem auch das des berühmten Peter I., der St. Petersburg gegründet hat und der die westeuropäische Kultur vergöttert hat.


Am Donnerstag nach den Vorlesungen konnten wir dem schönen Wetter nicht widerstehen und sind trotz den Nachrichten aus Moskau in die Stadt gefahren (zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nichts von den Drohanrufen und Evakuierungen hier in St. Petersburg). Endlich sind alle Straßen und Gehwege frei und das Herumschlendern in der Stadt wird zu einem wahren Vergnügen!!!

vor der Ermitage auf dem Schlossplatz... (mittlerweile ist sogar die Fleecejacke in der Sonne zu warm!!)


Julia und ich vor der Peter- und Paulfestung mit Turm von Kathedrale im Hintergrund


Nach der (Frühjahrs-)Müdigkeit der letzten Tage waren wir nun alle voller frühlingshaftem Tatendrang und guter Laune, sodass dem Spontanbesuch einer Disco am Abend rein gar nichts im Wege stand - auch nicht die Vorlesung am Freitagmorgen... ;)




Nach der durchfeierten Nacht suchten wir dann gestern Abend ein "Banja" auf. Wir dachten, es handelt sich dabei um eine Sauna, wurden aber schnell eines Besseren belehrt. Dieses "Banja" war eher eine Art Badehaus für ältere Damen und Herren (getrennte Bereiche), aber dafür war es mit 25 Rubel (ca 60 cent) echt billig. Beim Eingang kauften sich unsere finnischen Mädls Birkenzweige... wieso und weshalb dazu später... dann stürzten wir uns in das unbeschreibliche Abenteuer!
Zunächst schauten wir uns um - recht skeptisch - nahmen eine kalte Dusche und dann ging es auch schon in die Hitze und das Spektakel begann...
Stellt euch vor: ein Dutzend Frauen jeglichen Alters auf einer Art Balkon in einer Art riesen Sauna und man schlägt sich gegenseitig mit den zuvor in Wasser getränkten Birkenzweigen, da dies förderlich für die Blutzirkulation der Haut sei... Auch wir "deutschen Neulinge" haben uns dann mutig der Herausforderung gestellt, die Zähne zusammengebissen und die Finninen mit ihren Birkenzweigen an unseren Rücken gelassen... ich glaube, sie haben uns ein wenig verschont, denn im Gegensatz zu den anderen Frauen hatten wir keine roten Striemen am Körper ;)
Zum Abschluss dieses Tages kochten wir am Abend zusammen Blini (= russ. Crêpes).
Ich denke, es war nicht das letzte Mal, dass wir in einem "Banja" waren, doch werde ich in der nächsten Russischstunde einmal nach dem "Banja" fragen, von dem meine Russischlehrerin immer schwärmt.

Ja, jetzt ist schon wieder gut eine Woche vorbei - Halbzeit war für mich auch schon letzte Woche... die Zeit will einfach nicht stehen bleiben, so schön es auch manchmal wäre... und bis zu meinem Rückflug am 13. Juni (den ich vor ein paar Tagen gebucht habe), werde ich die Zeit hier noch in vollsten Zügen genießen... jetzt wo es eeeeendlich FRÜHLING ist, gibt es noch viel zu unternehmen und zu besuchen!!!

Ich wünsche euch allen frohe Ostern und bis ganz bald. Take care of you!!

Mittwoch, 24. März 2010

Sommer, Sonne, Sonnenschein :)

Hey :)
jaaa, in den letzten Tagen hat sich viel getan...
Die komplette letzte Woche war mit der Vorlesung "Macroeconomics and the current financial crisis" ausgefüllt - mit einem George Clooney Verschnitt als Professor ;)
Am Mittwoch abend bekamen wir dir grob Aufgaben für die Klausur am nächsten Tag gesagt, sodass wir die ganze Nacht damit verbrachten, die Fragen auszuarbeiten. Während der Klausur am Donnerstag hieß es dann: Zettel raus und abschreiben... aber pssssst...Am Abend ließen wir die Sektkorken knallen und hatten den größten Spaß hier im Wohnheim. Dabei entstand auch folgendes "Gruppenfoto" - die Mädls aus Zimmer 303:



Für den Freitag hatten wir Opern-Karten reserviert. Schon früh machten wir uns auf den Weg, um uns (nach einer Stärkung in unserer Lieblings-Sushi-Bar) mit einem Bus auf die Suche nach dem weltweit bekannten und renommierten Marientheater zu machen.
Genau pünktlich erreichten wir (trotz Orientierungslosigkeit, Staus und Seen auf den Straßen wegen schmelzendem Schnee) das Theater und konnten auch wider Erwarten ohne Probleme die über das Internet gebuchten und bezahlten Tickets abholen.
Um 19h fing die Vorstellung von Nabbucco an und es war ein wahres Erlebnis!!! Zwar war es das erste mal, dass ich in einer Oper gewesen bin, aber mit Sicherheit nicht das Letzte.

der Kronleuchter war sooooo schön und sooooo groß - für Insider: noch größer (und auch noch schöner) als der in "unserem" Arbeitszimmer ;)


Sooo und gestern - gestern wars soweit....... SONNENBRILLE raus und auf in die Stadt, die schönen Tage fangen an!!!
Ich denke, "Bilder sagen mehr als tausend Worte" (und das soll jetzt keine Entschuldigung dafür sein, dass ich eventuell ein wenig schreibfaul bin heute abend)...

die Erlöserkirche im Herzen der Stadt - auch Mosaikkirche genannt, da Großteile der Einrichtung komplett aus Mosaik gemacht sind


Julia, Simone, ich


die Bankbrücke - eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt


unter der echt warmen Sonne verwandelt sich der Schnee in Seen


18.30h und immernoch SONNE!!! Ein toller Tag :)

Ich wünsche euch noch eine angenehme restliche Woche, viel Sonnenschein und gute Laune!!

Samstag, 13. März 2010

Die Zeit vergeht wie im Flug :)

Hallo meine Lieben,
und schon wieder sind knapp 2 Wochen seit meinem letzten Eintrag vergangen.
So habe ich mir heute Abend gedacht, dass ich euch nicht länger warten lasse und mal wieder ein paar Neuigkeiten reinschreibe.

Doch bevor ich euch mit Infos versorge, möchte ich doch mal ganz lieb den Fritz grüßen.
Es freut mich, dass du meine Einträge so fleißig verfolgst!!! :)


Die letzten Wochen standen unter dem Motto "Feiertage", "Business Marketing Vorlesung" und "Partynächte", doch alles zu seiner Zeit...
Wie ja schon im letzten Eintrag angekündigt, stand der "Tag des Verteidiger des Landes" (der MÄNNERTAG) am 23. Februar vor der Türe. Um einen Brückentag zu schaffen, wurden die Vorlesungen von Montag, dem 22. Februar auf den nächsten Samstag verschoben.
Fleißige Leser wissen, dass für den Montagabend unsere Studentenparty anlässlich des 111-jährigen Jubiläums unserer Uni angesagt war. Gegen 23h machte sich unser ganzer Flur + Bekannte und Freunde (insgesamt mehr als 40 Leute aus mehr als 10 unterschiedlichen Nationen) auf den Weg zur Metro, um sich in das Abendteuer Uni-Party zu stürzen. Die Location war zwar etwas außerhalb, dafür aber echt super!!!
Alles in allem war es ein wirklich gelungener Abend. Wir hatten super viel Spaß, und die Müdigkeit und die schmerzlichen Folgen einer durchtanzten Nacht holten uns erst in den frühen Morgenstunden auf dem Heimweg ein.

Am Mittwoch folgte dann ein weiteres Highlight der Woche: die Brauereibesichtigung bei Baltika, der größten Brauerei Russlands und der zweitgrößten Brauerei Europas.
Nach der Besichtigung der verschiedenen Brau-etappen, der Abfüllbänder und des Lagers ging es dann zum wirklich wichtigen Teil: der Verköstigung ;) Bierkenner werden wissen, dass Baltika viele unterschiedliche Sorten produziert, die alle eine verschiedene Nummer haben. Baltika 0 ist alkoholfrei, Baltika 3 und Baltika 7 ähneln unsrem Hellen, Baltika 8 ist ein Weißbier (kein Vergleich zum Unertl oder einem Paulaner) und und und...

Leider hatte ich dann die nächsten Tage wieder mit Grippe, Fieber und Gliederschmerzen zu kämpfen. Zwar besuchte ich die Vorlesungen, aber Unternehmungen und nächtliche Ausflüge am Wochenende wurden wohl oder übel verschoben.

Die nächste Woche (also von MO-FR) könnte mit 2 Wörtern beschrieben werden: "Business Marketing"! Eine Gastprofessorin aus Frankreich (jedoch gebürtige Engländerin) hatte die ehrenvolle Aufgabe, uns diese Woche Tag für Tag mit Informationen rund um das "internationale Marketing" zu versorgen und uns dabei jegliche abendliche Freizeit zu nehmen. Denn jeden Abend hieß es: "Gruppenarbeit - bearbeiten Sie folgende Fragestellung und bereiten Sie für morgen eine Präsentation vor". In der gleichen Woche freitags sollte dann auch die Klausur stattfinden. Diese war mündlich und wie sollte es anders sein: eine Präsentation unserer Marketingstrategien für unsere Business Idea.
(kurze Erklärung: über das ganze Semester hinweg müssen wir ein Projekt erarbeiten... wir müssen eine Business Idea verwirklichen, d.h. ein Unternehmen gründen und unser Wissen aus den Vorlesungen anwenden - von Marketing, Russian Civilization über Finance und Recht bis hin zu Strategischem Management und Mitarbeiterführung - also einen kompletten Business Plan erstellen ... und ich hab echt jetzt schon nach Marketing die Nase voll!!!!!)
Fazit: diese Woche war echt stressig, die Vorlesung an sich war eher sinnlos und sie war keineswegs so einfach zu beeindrucken wie unser liebgewonnener R. Pommer ;)

Die erste "Klausur" musste natürlich gefeiert werden. Nachdem wir eine Weile in einer recht kleinen, aber gemütlichen Kneipe waren, statteten wir einem großen Irish Pub noch einen Besuch ab, bevor es in der früh wieder nach Hause ging.

Melanie aus der Schweiz und ich in der gemütlichen Kneipe


Saku (links) aus Finnland, Jordan (rechts) aus Amerika und ich im Irish Pub

Nach einem äußerst relaxten Samstag und Sonntag entschlossen Simone und ich uns spontan, am Sonntag Abend in eine Bar zu fahren - Montag (8. März) war ja wieder mal frei, diesmal wegen dem WeltFRAUENTAG ;) (an die freien Montage könnte man sich glatt doch gewöhnen...)
Die Bar war echt lässig - gute Musik, angenehme Leute und auch Simone und ich hatten 2 nette Amerikaner aus dem Wohnheim als Begleiter und Beschützer, die uns in der Metro gefragt haben, ob sie mit uns gehen dürfen :)

Am Mittwoch darauf war dann die erste Klausur "Russia as a Target Market" - ich kann euch den Eindruck gar nicht beschreiben. Die Klausur war in Ordnung, aber JEDER hat mit JEDEM geredet, sogar noch mit den Leuten 2 Reihen weiter ihm. Klausuren wurden untereinander ausgetauscht, es wurde jeweils der Text vom Sitznachbarn durchgelesen und umformuliert hingeschrieben und sogar die kompletten Handouts aus der Vorlesung wurden zur Hilfe genommen.
Unser Professor hat nur zweimal reagiert. Er hat jeweils zweimal in die Hände geklatscht und mehr geflüstert als ermahnt: "No Teamwork guys". Nun ja, es waren wohl etwas komische Umstände, an die man sich aber zumindest für eine gewisse Zeit gewöhnen und v.a. zu seinem Vorteil nutzen kann... Andre Länder, andre Sitten ;)

Sooo, ich glaube, ihr habt jetzt wiedermal genug zum Lesen gehabt und seid auf dem Laufenden :)

Ich wünsche euch eine gute neue Woche!!!
Liebe Grüße und bis bald...

Montag, 22. Februar 2010

Long time no see...

Hallo zusammen, lang ists her, dass ich das zum letzten Mal aus St. Petersburg berichtet habe, dafür gibt es dann heute aber umso mehr Info ;) Seit gut 2,5 Wochen ist unsere kleine WG jetzt komplett - nach der Finnin Jaana sind einen Tag später auch Simone und Julia aus Deutschland angekommen.
Am Montag, den 8.2.10 sollte dann auch der Uni-Alltag beginnen. Wir hatten gleich zu Anfang einen Einstufungstest für den Russischunterricht, der mich in die schwerste Gruppe verdonnert hat - Slowaken, die fließend Russisch sprechen, weil Slowakisch und Russisch sehr ähnlich ist, Mädls bei denen jeweils die Mutter aus Russland kommt, ein Deutsch-Russe, ein Franzose, der seit 10 Jahren Russisch lernt und ein Deutsch-Russe. Oft bin ich echt überfordert und nahe am verzweifeln, zwar verstehe ich doch schon einiges, aber selbst etwas sagen ist einfach soooo schwer. Auch hatte ich schon daran gedacht, die Gruppe zu wechseln, aber meine Lehrerin meinte, ich solle auf jeden Fall probieren, bei ihr zu bleiben, wenn es mich nicht komplett unglücklich machen würde, da ich am Ende des Semesters viel mehr davon hätte. So habe ich beschlossen, dass ich mich durchbeißen werde und ... und zu lernen, dass nicht immer alles perfekt läuft, so wie man es sich vorstellt und wünscht, ist auch eine wertvolle Erfahrung.

Am Donnerstag, 11.02.10 fand dann eine "Get toghether Party" statt - jede Nation bereitete typische Speisen und Getränke zu und stellte ihr Land vor.
Julia, ich, Simone (von vorne nach hinten) schenken bayr. Bier ein, dazu gab es Kartoffelsalat und Würstchen

Im Anschluss ging es dann - alle gemeinsam - in einen Club im Zentrum.

Am Samstag darauf hatte die Uni für uns eine Bus-Stadtrundfahrt am vormittag organisiert. Nach knapp 2 Stunden, total mit Informationen überflutet, könnten Simone und ich uns eine russische heiße Schokolade zur Entspannung (aufmerksame Verfolger wissen, was ich meine). Dann machten wir uns auf den Weg in ein Shoppingcenter im Süden der Stadt, da wir wussten, dass es dort u.a. einen H&M und Esprit gab. Der Weg dahin war recht abenteuerlich, ich wusste nur, welchen Bus wir nehmen konnten, allerdings hatte ich keine Ahnung, wie weit es bis dahin war. Nach einer guten Stunde kamen wir dann doch an - durchgefroren vom Platz neben der Türe aber sehr aufgeregt, was uns erwarten würde.
Am Eingang stand ein Kinderkarussell, das unsere Aufmerksamkeit besonders beansprucht hat, aber schaut selbst:

Sehr ihr auch, was wir gesehen haben??? Staubwedel?!?!?!??! Wie wir später heraufinden sollten, scheinen alle russischen Karussellpferde mit bunten Staubwedeln auf dem Kopf geschmückt sein, so dass wir sie "dusty" tauften ;)

Nach guten 8 Stunden Powershopping statteten wir dem übertrieben großen Mega-Supermarkt einen Besuch ab. Dort gab es alles, was das Herz begehrt - sogar Vitalis Müsli, Nesquick und normales Brot, frischen Käse, Apfelmus (nein Oma, nicht so gut wie deins...) und und und... Um von einem Ende zum anderen zu gehen, brauchte man gefühlte 10 Minuten :)

Am 14.02.10, Karnevalssonntag, Valentinstag und was auch sonst noch alles an diesem Tag auf der Welt gefeiert wird, stand bei uns ein Fest zur "Winteraustreibung" (масленица) auf dem Programm.
Mit dem Bus fuhren wir 1,5 Stunden Richtung Norden zur Finnischen Bucht in einen Park. Das Meer ziemlich weit zugefroren, sodass wir auf dem Eis spazieren gehen und Fotos machen konnten.


... für unsere Lieben zu Hause :)



Schattenspiele auf der Eisfläche der Finnischen Bucht (v.links n. rechts: Simone, ich, Elena)


ein Snowboarder wird von einem JetSki gezogen

Das Fest an sich fand in dem Park statt, es gab russische Pfannkuche, Tee und ein Programm für Kinder. Alles in allem war es ein schöner Ausflug, der allerdings ein wenig lang war, denn es war ja doch recht kalt draußen, da hat sogar kein Vodka zum Wärmen mehr geholfen.

Die nächste Woche stand zunächst wieder unter dem Motto: "Vorlesungen". Allerdings nur bis Mittwoch ;) Denn am Donnerstag hatte Jaana Geburtstag, so dass wir ein wenig reinfeierten. Für den Donnerstag Abend hatte Jaana ein paar Getränke und Süßigkeiten besorgt und später gesellten wir uns dann zu den Amerikanern, die ein BeerPong-Turnier organisiert hatten und kräftig am feiern waren.
Am Freitag hieß es ausruhen und da wir alle zu faul zum kochen waren, testeten wir wieder mal die Sushi Bar ganz in der Nähe. Nach dem Faulenzer-Tag machten Simone und ich uns zusammen mit Petr aus Tschechien auf ins russische Museum. Alles in allem war es dort ganz nett und interessant, ein zweites Mal dort hinzugehen ist allerdings nicht nötig ;)

Am Abend ging es dann wieder auf in die Stadt. Wir gingen mal wieder in den Western-Saloon-Club, doch schon nach kurzer Zeit ging der größte Teil der Gruppe in eine andere Disco, da die Musik teilweise sehr Russisch war. Simone und ich genehmigten uns allerdings noch einen "отвёртка" (ausgesprochen: ATVIORKA = Schraubenzieher = Vodka-Orangensaft). Später nahmen wir ein Taxi in einen anderen Club und trafen dort ein paar bekannte Gesichter aus dem Wohnheim. Ein persönliches Highlight für mich an dem Abend waren die Verhandlungen mit den Taxifahrern. Sobald die nämlich merken, dass wir keine Russen sind, verlangen sie unverschämt hohe Preise. Doch irgendwie haben es Simone und ich geschafft, normale Preise auszuhandeln - auf Russisch!!! Zwar geht es da nur um 1 oder 2€, aber viel größer war das sprachliche Erfolgserlebnis :)


Ja jetzt seid ihr wieder auf dem neusten Stand und ich werde mich mal wieder dem "socializing" widmen - unter Leute gehen, quatschen und mal an die Abendgestaltung denken - immerhin haben wir ja morgen auch noch frei, denn der 23. Februar ist der "Tag des Verteidigers des Vaterlandes" - inoffiziell ist es auch der "Tag des Mannes" ;)
Für heute Abend ist eine riesen Party geplant, denn unsere Uni feiert ihr 111-jähriges Jubliäum und hat deshalb für ihre Studenten eine Disco gemietet. Die Eintrittskarten liegen schon auf unseren Schreibtischen ;)

In diesem Sinne... macht es gut und bis bald!!!

Mittwoch, 3. Februar 2010

Vom Leben der St. Petersburger...

Nach einem chilligen (Papa, hoffe du hast nicht vergessen, was das heißt ;) ) Wochenende war der Anflug einer Grippe nach viel Schlaf und Nichtstun wieder auskuriert.

Für Montagabend hatte mich Anna (meine Ansprechpartnerin hier, die mich ja bereits vom Flughafen abgeholt hat und mir bei meinen ersten Schritten in St. Petersburg hilfreich zur Seite stand) zu sich nach Hause zum Essen eingeladen. Es gab Borsch (борщ), eine typische russische Suppe aus roter Beete, Möhren, Kartoffeln, Tomaten und Rindfleisch und und und... Außerdem gibt man einen guten Löffel Schmand (сметана) zu jedem Teller. Schmand ist ein fester Bestandteil der russischen Küche. Die Suppe war wirklich hervorragend!!!




Die meisten St. Petersburger leben in Hochhäusern am Rande der Stadt. Diese Wohnblocks umfassen unzählige Wohnungen, es war schwer auch nur annähernd einzuschätzen, wie viele Leute dort wohnen. Viele der Hochhäuser sind unglaublich alt, grau und herabgekommen. Umso überraschter war ich, als ich die schöne Wohnung von Annas Familie betrat. Alles war modern, moderne Möbel und eine neu aussehende Küche. Es war alles ein wenig beengt, so ist zum Beispiel das Wohnzimmer eher das "Kinderzimmer" für Annas Bruder. Ein Wohnzimmer, wie wir es kennen, gibt es nicht. Anna und ihre Familie luden mich ein, über Nacht bei ihnen zu bleiben. Der Vater war auf Geschäftsreise, sodass ich in Annas Zimmer schlafen könne, die sich so wiederum ins Schlafzimmer zu ihrer Mama legen würde. Zuerst lehnte ich ab, ich wollte ja nicht gleich ihre tolle Gastfreundschaft voll in Anspruch nehmen. Doch dann wurde es immer später, es war ein so nettes Beisammensein und zudem lud Annas Mama uns für den nächsten Morgen ein, sie auf ihrer neuen Arbeit zu besuchen, dass ich doch für eine Nacht in einer richtigen russischen Wohnung in einer richtigen russischen Familie blieb.

Nach einer kurzen Nacht machten Anna und ich uns also auf dem Weg zu dem Kindergarten, in dem ihre Mama arbeitet. Ich muss euch ehrlich sagen: jedes Kind sollte einen solchen Kindergarten besuchen!!! Da in dem Wohngebiet momentan lauter neue Hochhäuser gebaut werden, war auch der Kindergarten komplett neu. In 12 Gruppen werden dort jeden Tag, von 7-19h insgesamt rund 220 Kinder (2-7 Jahre alt) betreut. Jeden Tag bekommen sie dort Frühstück, Mittagessen, Zwischenmahlzeiten und Abendessen. Dafür zahlen die Eltern ca. 15€ im Monat. In russischen Kindergärten ist es außerdem normal, dass die Kinder ein Mittagsschläfchen machen (abhängig vom Alter zwischen zwei und drei Stunden). So hat jede Gruppe ihren eigenen Schlafsaal mit ca. 20 kleinen Bettchen. Alles war sehr liebevoll eingerichtet!!! Außerdem gibt es in jedem Kindergarten einen kleinen Turnsaal und einen Musiksaal zum Singen und Musizieren.

Dieser Kindergarten bietet allerdings noch viel mehr:
• einen Mini-Swimmingpool
• einen kleinen Raum (dessen Wände komplett mit Salz ausgestattet waren und in dem eine Musikanlage eingebaut war) in dem sich erkältete Kinder bei ruhiger Musik auskurieren, entspannen und erholen könne
• einen unglaublich großen Spielplatz mit vielen Spielgeräten
• einen Malraum
• einen Gymnastikraum mit Mini-Laufbändern, Mini-Steppern, einem Bällchenbad... und und und

Oh man, ihr hört schon, ich bin vollkommen hin und weg von dem Kindergarten. Ein Kind, das da nicht hingehen möchte, kann ich mir nicht vorstellen.
Der Anblick von den vielen Kindern, die mit ihren roten Wangen gerade aus der frischen Luft vom Spielen hereinkamen und hungrig auf ihr Essen warteten oder die 2-Jährigen, die uns verschlafen mit ihren großen Augen angeschaut haben, als wir einen Blick in ihren Spielraum geworfen haben, war einfach toll! So viele fröhliche Gesichter :)

Zum Abschied luden Anna und ihre Familie mich dann gleich wieder für einen weiteren „russischen Abend“ ein, an dem sie mir zeigen wollen, wie man Sirniki (Сырники) kocht. Siriniki sind Quark-Hüttenkäse-Pfannkuchen und in einer Art russischem Fast-Food-Restaurant haben sie schon gut geschmeckt. Ich vermute sehr stark, dass sie selbstgemacht allerdings noch um einiges besser sind!!!

Gestern Nachmittag ging es dann mit Amy zum IKEA-Shopping-Center, wo ich mir „russische Winterstiefel“ kaufte, sprich "Highheel-boots". Darauf zu gehen ist unter normalen Umständen schon nicht leicht, das ganze im Schnee war dann die Herausforderung des heutigen Tages. Ich habe keine Ahnung, wie ich den Tag überstanden habe (v.a. ohne im Schnee auszurutschen) aber immerhin sitze ich gerade gesund und munter an meinem Schreibtisch.

Außerdem ist heute meine Zimmernachbarin angekommen. Sie ist aus Finnland und scheint sehr nett zu sein!!! Bin schon gespannt, wie die nächsten Tage werden, vor allem die nächste Woche, in der wir die ersten Vorlesungen und Professoren kennenlernen.

In diesem Sinne wünsche ich euch aus der Ferne noch einen schönen und ruhigen Abend und zwei letzte angenehme Wochentage, bevor das Wochenende auch schon wieder vor der Türe steht :) !!! Bis ganz bald meine Lieben!!!